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DF unterstützt Initiative der EPUAP
Stop Pressure Ulcer Day
Basierend auf einer Anti-Dekubitus-Initiative spanischsprachiger Länder hat das European Pressure Ulcer Advisory Panel (EPUAP) am 16. November 2012 den „Stop Pressure Ulcer Day“ ausgerufen. Anlässlich des weltweiten Antidekubitustages fanden zahlreiche Aktionen auch in Deutschland statt.
Mehr...Kernaussagen
Das Dekubitus-Forum hat in den Jahren 2009 bis 2011 zwei Online-Umfragen durchgeführt und die Kernaussagen zusammengefasst.
Kernaussage 1 - Vorsorge ist besser als Therapie!
Laut einer Erhebung des Dekubitus-Forums wird die Dekubitusprophylaxe trotz rechtlich eindeutiger Grundlage noch nicht in ausreichendem Maße durchgeführt.
Lediglich Patienten, die in der Lage sind, sich selbst darum zu kümmern, machen von dieser Möglichkeit Gebrauch.
Keine Eigeninitiative -> Keine Leistung
Kernaussage 2 - Selbst ist der Mensch!
Selbstbestimmtes und frühzeitiges Handeln sind für eine prophylaktische und therapeutische Dekubitusversorgung von großer Wichtigkeit. Die Berücksichtigung dieser Tatsache erzeugt bei den Patienten einen hohen Grad an Zufriedenheit und wirkt sich positiv auf die wahrgenommene Lebensqualität und den Gesundheitszustand aus.
Kernaussage 3 - Hilf dir selbst!
Bei der Versorgung mit Hilfsmitteln aus dem Dekubitussektor zeichnen sich deutlich zwei unterschiedliche Arten der Versorgung ab: die selbstbestimmte und fremdbestimmte Versorgung.
Nur der aktive und selbstbestimmte Patient ist in der Lage, dass die persönlichen Bedürfnisse und die Art der erbrachten Kassenleistung eine größtmögliche Übereinstimmung aufweisen und so eine zufriedenstellende Versorgung stattfindet.
Kernaussage 4 - Drum prüfe, wer sich (ewig) bindet!
Gerade durch die hohen Anforderungen im Bereich der Sitzkissen ist der Bedarf an qualifizierter und intensiver Beratung sehr groß. Besonders wichtig ist das eigene taktile Erlebnis mit dem Produkt, um eine maximale Effizienz zu gewährleisten.
Kernaussage 5 - Wer sich nicht wehrt, sitzt verkehrt!
Von den Kassen erteilte Ablehnungen sollten in erster Instanz generell nicht akzeptiert werden. Die Umfrage zeigt deutlich, dass ein Einspruch in den meisten Fällen zum Erfolg führt.
Kernaussage 6 - Auch ein Mehr an Versorgung ist möglich!
Der Erstattungsanspruch des Versicherten durch die gesetzliche Krankenkasse beschränkt sich auf das Maß des medizinisch Notwendigen. Es ist jedoch zu beobachten, dass Patienten immer öfter höhere Selbstkosten tolerieren, um ihre persönlichen Bedürfnisse und medizinischen Indikationen ohne bürokratischen Aufwand optimal verbinden zu können.
Dekubitus Forum
Das Dekubitus Forum wurde im Januar 2006 durch Mitgliedsunternehmen des BVMed gegründet, die sich seit Jahren aktiv im BVMed-Fachbereich „Hilfsmittel gegen Dekubitus“ engagieren. Der Fachbereich wirkte an der Fortschreibung der PG 11 im Hilfsmittelverzeichnis mit, erstellte einen Erhebungsbogen für die Versorgung mit Antidekubitus-Hilfsmitteln und veröffentlichte den „Versorgungsleitfaden – Auswahl von Hilfsmitteln gegen Dekubitus“.
Ziel des Forums ist es, an den Rahmenbedingungen der Versorgung mit Hilfsmitteln gegen Dekubitus mitzuwirken, die Information der Ärzte, Patienten und der Öffentlichkeit insgesamt zu verbessern, ein Qualitätsbewusstsein und entsprechende Qualitätsstandards zu etablieren sowie eine umfassende Marktforschung zu betreiben.
Positionen des Dekubitus Forums:
- Die optimale Versorgung unserer Pflegebedürftigen ist für unsere Gesellschaft nicht Luxus sondern ethisch moralische Pflicht.
- Druckgeschwüre stellen eine der größten Herausforderungen dar, mit denen sich die Medizin bei der Pflege immobiler Patienten auseinandersetzen muss. Vorsichtige Schätzungen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes zufolge erwerben jährlich ca. 400.000 Patienten einen Dekubitus, obgleich die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte. Unter den Zeichen der vorauszusehenden demographischen Entwicklung gewinnt diese Problematik dramatisch an Bedeutung.
- Eine Pflegesituation und damit besonders auch Prophylaxe und Therapie von Dekubitus ist immer individuell und muss risikoorientiert unter Beachtung der Bedürfnisse des Einzelnen umgesetzt werden.
- Eine exakte Bedarfsanalyse, Dokumentation und Definition individueller Versorgungsziele sind unabdingbare Voraussetzungen einer bedürfnisorientierten Wahl der Versorgung. Die Verwendung allgemein gültiger Erhebungsbögen, Versorgungsleitfäden, Reinigungsrichtlinien, etc. objektivieren den Versorgungsprozess und helfen bei der Qualitätssicherung.
- Nur durch geschultes und in die Versorgungsprozesse optimal integriertes Personal sowie interdisziplinärer Zusammenarbeit ist die Qualitätssicherung in der Pflege sichergestellt.
- Der sichere Wiedereinsatz von Hilfsmitteln setzt professionelle Aufbereitung, Kontrolle, Wartung und Lagerung der Hilfsmittel, sowie Berücksichtigung der individuellen Anforderungen des jeweils Betroffenen voraus.
- Ausschreibungen sind nur bedingt geeignet Kosten zu sparen. Mengenausschreibungen müssen die verschieden Therapiekonzepte berücksichtigen, um so eine individuelle, risikoorientierte Auswahl von Hilfsmitteln sicher zu stellen. Einzelausschreibungen bedürfen einer exakten Formulierung, die die Indikationsstellung eindeutig widerspiegelt.
- Das heutige Wissen über Entstehung und Versorgung der Druckgeschwüre wird laufend um neue Erkenntnisse erweitert, dieses neue Wissen muss ebenso wie Produktinnovationen schnell in die Pflege Einzug nehmen können, um auch den zukünftig steigenden quantitativen Bedarf an Pflegeleistung und Hilfsmitteln finanzierbar zu machen.
Dekubitus Forum