Das Dekubitus Forum wurde im Januar 2006 durch Mitgliedsunternehmen des BVMed gegründet, die sich seit Jahren aktiv im BVMed-Fachbereich „Hilfsmittel gegen Dekubitus“ engagieren. Der Fachbereich wirkte an der Fortschreibung der PG 11 im Hilfsmittelverzeichnis mit, erstellte einen Erhebungsbogen für die Versorgung mit Antidekubitus-Hilfsmitteln und veröffentlichte den „Versorgungsleitfaden – Auswahl von Hilfsmitteln gegen Dekubitus“.

 

Ziel des Forums ist es, an den Rahmenbedingungen der Versorgung mit Hilfsmitteln gegen Dekubitus mitzuwirken, die Information der Ärzte, Patienten und der Öffentlichkeit insgesamt zu verbessern, ein Qualitätsbewusstsein und entsprechende Qualitätsstandards zu etablieren sowie eine umfassende Marktforschung zu betreiben.

 

Positionen des Dekubitus Forums:

  • Die optimale Versorgung unserer Pflegebedürftigen ist für unsere Gesellschaft nicht Luxus sondern ethisch moralische Pflicht.
  • Druckgeschwüre stellen eine der größten Herausforderungen dar, mit denen sich die Medizin bei der Pflege immobiler Patienten auseinandersetzen muss. Vorsichtige Schätzungen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes zufolge erwerben jährlich ca. 400.000 Patienten einen Dekubitus, obgleich die Dunkelziffer deutlich höher liegen dürfte. Unter den Zeichen der vorauszusehenden demographischen Entwicklung gewinnt diese Problematik dramatisch an Bedeutung.
  • Eine Pflegesituation und damit besonders auch Prophylaxe und Therapie von Dekubitus ist immer individuell und muss risikoorientiert unter Beachtung der Bedürfnisse des Einzelnen umgesetzt werden.
  • Eine exakte Bedarfsanalyse, Dokumentation und Definition individueller Versorgungsziele sind unabdingbare Voraussetzungen einer bedürfnisorientierten Wahl der Versorgung. Die Verwendung allgemein gültiger Erhebungsbögen, Versorgungsleitfäden, Reinigungsrichtlinien, etc. objektivieren den Versorgungsprozess und helfen bei der Qualitätssicherung.
  • Nur durch geschultes und in die Versorgungsprozesse optimal integriertes Personal sowie interdisziplinärer Zusammenarbeit ist die Qualitätssicherung in der Pflege sichergestellt.
  • Der sichere Wiedereinsatz von Hilfsmitteln setzt professionelle Aufbereitung, Kontrolle, Wartung und Lagerung der Hilfsmittel, sowie Berücksichtigung der individuellen Anforderungen des jeweils Betroffenen voraus.
  • Ausschreibungen sind nur bedingt geeignet Kosten zu sparen. Mengenausschreibungen müssen die verschieden Therapiekonzepte berücksichtigen, um so eine individuelle, risikoorientierte Auswahl von Hilfsmitteln sicher zu stellen. Einzelausschreibungen bedürfen einer exakten Formulierung, die die Indikationsstellung eindeutig widerspiegelt.
  • Das heutige Wissen über Entstehung und Versorgung der Druckgeschwüre wird laufend um neue Erkenntnisse erweitert, dieses neue Wissen muss ebenso wie Produktinnovationen schnell in die Pflege Einzug nehmen können, um auch den zukünftig steigenden quantitativen Bedarf an Pflegeleistung und Hilfsmitteln finanzierbar zu machen.