Hilfsmittel gegen Dekubitus

BVMed legt Qualitätsstandards für Versorgung mit Anti-Dekubitus-Systemen vor

Das Dekubitus Forum (DF) des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) hat Vorschläge für Qualitätsstandards in der Versorgung mit Anti-Dekubitus-Systemen vorgelegt und dem GKV-Spitzenverband als Diskussionsgrundlage zugesendet. Bei den Grundsätzen geht es sowohl um die Prozess- als auch die Ergebnisqualität. "Es ist wichtig, neben der Produktqualität auch endlich die Versorgungsstandards im Hilfsmittelverzeichnis zu verankern", so die BVMed-Hilfsmittelexpertin Daniela Piossek. Nur so könne mittel- und langfristig eine patientenorientierte Versorgung mit Anti-Dekubitus-Hilfsmitteln sichergestellt werden. Das Papier kann unter www.bvmed.de/dekubitus abgerufen werden.

Das DF-Papier stellt Grundsätze der Leistungserbringung für die Bereiche Verordnungsprüfung, Versorgung und Administration auf. Zu den Anforderungen gehören eine Durchführung der Versorgung binnen 24 Stunden und die Betreuung durch eine qualifizierte Fachkraft. Bei aktiven Anti-Dekubitus-Systemen müsste zudem ein 24-Stunden-Notdienst bereitstehen. Zu den Versorgungsschritten gehören die Einschätzung des Risikos über den Erhebungsbogen, die Definition der Versorgungsziele, die Ermittlung und Dokumentation des Versorgungsbedarfs anhand des ermittelten Dekubitusrisikos sowie die Auswahl, Anpassung, Erprobung und Einweisung in die ausgewählten Produkte. Die Ergebnisüberprüfung müsse ebenfalls anhand des Erhebungsbogens erfolgen. Zudem müssten der gesamte Versorgungsprozess und die Aufklärung des Patienten dokumentiert werden.

Unter Dekubitus versteht man ein Druckgeschwür, das entsteht, wenn ständiger Druck auf bestimmte Hautareale deren Versorgung mit sauerstoffreichem Blut verhindert. Druckgeschwüre zählen zu den chronischen Wunden. Betroffen sind in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen.

Das Dekubitus Forum, das von Mitgliedsunternehmen des BVMed-Fachbereichs "Hilfsmittel gegen Dekubitus" gegründet wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, eine patientenorientierte Versorgung und Produktauswahl durch Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen. Weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.dekubitus-forum.de. Unter "Downloads" können hier auch die Erhebungsbögen heruntergeladen werden.
  • Weitere Artikel zum Thema
  • BVMed zum MDK-Reformgesetz: "Medizinprodukte-Experten bei der Begutachtung stärker einbinden"

    Der BVMed setzt sich dafür ein, dass die Fachkenntnisse der Medizinprodukteindustrie bei der Begutachtung von stationären Leistungen mit Medizinprodukten durch die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDB/MD) mit eingebunden werden. "Zur Bildung einer adäquaten Informationsgrundlage muss es einen strukturierten Dialog zwischen dem Medizinischen Dienst, den Anwendern und den Herstellern geben", heißt es in der BVMed-Stellungnahme zum Referentenentwurf des MDK-Reformgesetzes. Weiterlesen

  • "MedTech-Mittelstand benötigt verlässliche und pragmatische Unterstützung bei der Umsetzung der MDR"

    Der BVMed-Vorstandsvorsitzende Dr. Meinrad Lugan hat von der deutschen Gesundheitspolitik "eine verlässliche und pragmatische Unterstützung der überwiegend kleinen und mittelständischen Medizinprodukte-Unternehmen bei der Umsetzung der neuen EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR)" eingefordert. Denn die derzeitige Nichtumsetzbarkeit der MDR, die bereits ab Mai 2020 gelte, werde ansonsten "schmerzhafte Auswirkungen auf die mittelständische Struktur der MedTech-Branche haben und Defizite bei der Patientenversorgung mit Medizinprodukten auslösen", sagte Lugan im Panel "Gesundheitspolitik der GroKo – das Urteil der Leistungserbringer" auf dem Hauptstadtkongress Medizin & Gesundheit in Berlin. Weiterlesen

  • MdB Kühne: "Mehr Transparenz bei Kassen-Verhandlungen"

    Das Hilfsmittel-Reformgesetz HHVG war aus Sicht von Dr. Roy Kühne "ein erster Versuch, in den Hilfsmittelbereich Licht und Beachtung zu bringen". Das sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete und Berichterstatter seiner Fraktion für Hilfsmittel beim BVMed-Gesprächskreis Gesundheit am 8. Mai 2019 in Berlin. Kühnes klare Botschaft zum Thema Hilfsmittel-Ausschreibungen: "Die Exzesse mancher Krankenkassen mussten verhindert werden." Minister Spahn habe nun die "Brachiallösung" des Verbots der Ausschreibungen im Hilfsmittelbereich im TSVG verankert. Weiterlesen


©1999 - 2019 BVMed e.V., Berlin – Portal für Medizintechnik